14.05.: Donnerstag
19:00 Uhr, KOSMOS Rechenzentrum
Lesung: „Nach der Revolte – Ein Reisebericht und Widerstand in Hongkong“
Hongkong anno 2024: Eine Buchhändlerin, die nicht mehr weiß, welche Bücher sie noch verkaufen darf. Eine Dozentin, die nicht denunziert werden will. Ein Gesetz, so vage, dass jeder damit gemeint sein könnte, ein intelligenter Laternenpfahl, und ein anarchistisches Café, das den Zuständen trotzt. Ein halbes Jahr verbringt Autorin Penny Prinz in dieser Stadt, in der die nationale Sicherheit die Freiheit ersetzt hat. In ihrem Reisebericht erzählt sie von Überwachung, Repression und Widerstand – und einem Modus digitaler Herrschaft, der nicht nur in Hongkong Gestalt annimmt.
Penny Prinz arbeitet als freie Referentin für digitale Selbstverteidigung und am Lehrstuhl für Recht und Digitales einer Universität. Sie ist Mitgründerin der Kollektive Skills for Utopia und @all, und schreibt nebenher zu netzpolitischen Entwicklungen – aktuell zu biometrischer Überwachung durch die Polizei (erscheint bei Digitalcourage e.V.). Ihre Lieblingsthemen sind Überwachung, Repression, und ein Leben jenseits des Kapitalismus.
15.05.: Freitag
13:00 Uhr, La Datscha
Bankettbüfett
14:00 Uhr, La Datscha
Ernährungssouveränität – Wo ist sie hin und wie bekommen wir sie zurück?
Wie steht es eigentlich um die Ernährungssouveränität in Deutschland? Was wird hier angebaut – und vor allem: wofür? Um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, was die Ernährungssouveränität generell beeinflusst, werfen wir zunächst einen Blick zurück auf die Grüne Revolution der 1960er Jahre. Wir schauen uns zentrale Faktoren wie Hochertragssorten, Düngemittel und Wasser genauer an, um die Wechselwirkungen zwischen ihnen, der Umwelt und der Gesellschaft besser zu verstehen. Das führt uns auch schon zu dem Verständnis darüber, was denn wirklich nachhaltige und resiliente Landwirtschaft ist.Es werden Bewegungen und Projekte vorgestellt, die eine unabhängige und nachhaltige Landwirtschaft fördern. Und zu guter Letzt werden wir einen Blick in die Zukunft werfen und uns anschauen, wie Landwirtschaft und Anbausorten angepasst werden können, damit es auch bei sich veränderndem Klima ausreichende Erträge gibt.
16:00 Uhr, La Datscha
Revolution im Kollaps? Eine Organisations- und Strategiedebatte in dystopischen Zeiten
Über Kollaps und Faschismus redet heute nicht mehr nur das Kollapscamp sondern von Tagesschau über Zeit, Süddeutsche und Stern bis hin zum Kollegen Manfred auf der Baustelle. Angesichts immer finsterer Zukunftsprognosen in den Bereichen Ernährungssicherheit, Militarisierung und Krieg, Technologie und Überwachung stellen sich viele die Fragen wie linke Politik in Zukunft noch aussehen kann und auf was sie sich fokussieren sollte. Im Vortrag formuliert der Referent zunächst eine solidarische Kritik an den Leerstellen der Kollaps- und Gesellschafts-Analysen der prominenteren Gesichter der neuen Bewegung. Danach erkundet er mit dem Publikum die Frage, welche Eigenschaften soziale Bewegungen vor dem Hintergrund der aktuellen Prognosen zwangsläufig haben müssen um überlebensfähig zu sein. Im Anschluss an diese Frage werden Strategien und Werkzeuge der syndikalistischen und kommunalistischen Bewegung vorgestellt, um zu diskutieren, ob diese Bewegungen die Grundlage für eine gesamtgesellschaftliche Kollapsvorbereitung bieten können. Dabei liegt ein zentraler Fokus auf der unvermeidlichen Transformation von Wirtschafts- und Demokratieformen. Als Beispiel für Synergien aus Gewerkschaft, Nachbarschaften und Kollektivbetrieben werden Ansätze der Branchenorganisation Initiative Grüne Gewerke (IGG FAU) vorgestellt. Schließlich soll es eine gemeinsame Diskussion über das Gehörte und potentielle Strategien geben.
Der Referent Wolf Meyer ist Gemüsegärtner und Obstbaumwart in Ostsachsen. Seit 2011 treibt er den Aufbau der FAU-Gewerkschaftsbewegung mit voran und war darin in Arbeitskämpfen, Kollektivbetrieben, Branchenstrukturen und im Internationalen Komitee für den Bereich Nord-Ost-Syrien tätig. Aktuell schreibt und referiert er über Revolution im Kollaps, Lowtech und Wirtschaftstransformation – wenn er nicht auf dem Acker steht.
18:00 Uhr
Abendessen
18:30 Uhr
Wohnraum ohne Existenzangst. Wie sieht die solidarische Stadt von morgen aus?
Würdevoll Wohnen wird in unserer Gesellschaft als Grundrecht verstanden. Gleichzeitig sind der Wohnraummangel, die horrenden Mieten und Nebenkosten, die ungleich zugängliche Infrastruktur und Ressourcen und der privatwirtschaftliche Gewinn mit diesem „Grundrecht“ omnipräsente Bedrohungen für den größten Teil der Menschheit.
Selbst in „sozialdemokratischen Wohlstandsländern“ trifft es den Gros der Bevölkerung und fördert existenzielle Ängste. In Potsdam, eine der reichsten Städte Ostdeutschlands, sind alle weniger Kaufkräftigen in Prekarität gedrängt. Wobei einige der reichsten Menschen der BRD sich die Stadt aufteilen und einen preußischen Erlebnispark für Tourist*innen und Wohlhabende aufbauen.
Was können wir solchen Entwicklungen entgegensetzen? Wo und vor allem wie wollen wir wohnen?
Lasst uns gemeinsam kreativ werden gegen Gentrifizierung! Überlegen wir uns wie unsere Häuser den Menschen zu Gute kommen, die sie brauchen!
20:00 Uhr, La Datscha
Gemütliches Abendprogramm
16.06.: Samstag
11:00 Uhr, La Datscha
Frühstück
12:00 Uhr, La Datscha
Kritik der Demokratie
Demokratie heißt Volksherrschaft. Sie funktioniert also immer über den Bezug auf einem imaginierten, organischen „Volkskörper“. Dieser „demos“, in anderen demokratischen Gebilden auch als Plenum, Belegschaft, Fangemeinde oder Mitgliedschaft geformt, ist zentraler Baustein der Demokratie. Doch dieses Konstrukt, die Idee von „Völkern“ oder anderen kollektiven Einheiten, kommt nicht ohne Grenzen aus und basiert immer auf dem Ausschluss von Gruppen und Menschen, die als das Außen definiert werden. Ohne Herrschaft geht das nicht. Verschärft wird diese durch die Notwendigkeit der Stellvertretung, denn der Willen des Ganzen existiert nur durch die, die im Namen des Ganzen reden. Parlamentarismus ist dabei eine Show, mit der durch gewählte Abgeordneten die Angehörigen des halluzinierten Gesamtwillens angeblich vertreten werden – eine mehrfach gestufte Lüge, wie der Einführungsvortrag in die Kritik der Demokratie zeigen soll. Zur thematischen Vorbereitung können die Internetseiten www.demokratie.siehe.website dienen.
14:00 Uhr, La Datscha
Mittagessen
15:00 Uhr, La Datscha
Vorstellung IGG Berlin/Brandenburg
(weitere Infos folgen)
17:00 Uhr, La Datscha
The social and ecological struggle in the so-called Philippines and its autonomous initiatives
Vortrag vom Etniko Bandido Infoshop, aus den sogenannten Phiippinen.
19:00 Uhr, La Datscha
Abendessen
19:30 Uhr
Diskussion: Anarchafuturismus: Krisenfest der Ohnmacht entkommen
Für diesen Programmpunkt ist eine moderierte Abschlussdiskussion geplant, wobei alle Gäste am Gespräch teilnehmen können. Dazu gibt es neben den Vortragenden der einzelnen Veranstaltungen der A-Tage noch weitere Eingeladende als „Expert*innen“. Das heißt diese geben ihre unterschiedlichen Erfahrungen in die Runde, die wir zusammen besprechen und ergänzen können. Ziel dieser Gesprächsrunde ist es, die gesammelten Eindrücke der A-Tage zusammenzuführen, um ein ganzheitliches Bild erstellen zu können. Daraus soll sich eine möglichst gemeinsame Perspektive ergeben. Außerdem sollen auch praktische Handlungsoptionen erarbeitet werden, die uns helfen uns der Stagnation zu erwehren, um den erwarteten Krisen selbstbewusst als Bewegung zu trotzen.
21:00 Uhr
Lockeres Abendprogramm
17.05.: Sonntag
11:00 Uhr, La Datscha
Frühstück
12:00 Uhr, La Datscha
Naturfreunde Jugend Brandenburg
Samenbasar
13:00 Uhr, La Datscha
Provokante Aktionen und ihre Bedeutung für politischen Protest
Die „Letzte Generation“ hat viele aufgeregt. Ihre Aktionen polarisieren – und viele derer, die Macht oder Kapital in ihren Händen halten, schimpfen auf die Aktivist*innen. Neben strafrechtlichen Drohungen fordern sie, zu zurückhaltenderen Aktionsformen zurückzukehren. Doch: Braucht politischer Protest nicht die direkte Aktion, ein provokantes, aufmerksamkeitserzeugendes Eingreifen in die gesellschaftlichen Abläufe? Was wären die Atomproteste ohne Schienenblockaden und Bauplatzbesetzungen? Was der Widerstand gegen die Agrogentechnik ohne Feldbefreiungen und -besetzungen? Wo ständen wir in der Kohleausstiegsdebatte, wenn es die Besetzung des Hambacher Forstes und die Baggerbesetzungen nicht gegeben hätte? „Direkte Aktion ist nicht alles, aber ohne kreative, provokante Protestformen ist alles nichts“, sagt Jörg Bergstedt, seit 45 Jahren bei solchen Aktionen selbst aktiv und als Journalist, Buchautor unter anderem des aktuellen Buches „Provoziert!“ (Büchner-Verlag) und Aktionsausbilder auch in der strategischen Entwicklung von Aktionsformen tätig. In seinem Vortrag wird er an Fallbeispielen mit vielen Aktionsbildern zeigen, welche Bedeutung provokante Aktionen in der Vergangenheit hatten – und warum sie auch in Zukunft nötig sein werden.
15:00 Uhr, La Datscha
Abschlussgrillen